You are here

Wie bringe ich Politik, Beruf und Familie unter einen Hut?

Spoiler-Alert: Natürlich gibt es keine einfache Lösung auf die Frage. Aber wir haben zumindest zwei Tipps, die du unbedingt beachten solltest.

Videobeitrag von Andrea Jansen, Autorin und Reporterin, anyworkingmom.com

Wie ist die Ausgangslage in der Schweiz?
Leider haben wir in der Schweiz in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch ziemlich viel Aufholbedarf. Die Fremdbetreuung von Kindern ist dermassen teuer, dass sie sich ab ca. 40% Arbeitstätigkeit des zweiten Elternteils kaum noch lohnt. Wenn du also nicht auf Grosseltern zählen kannst, die diese Aufgabe freiwillig (und gratis!) übernehmen, stehst du vor der Entscheidung: Kinder oder Karriere oder beides, wobei bei der letzten Variante das Arbeiten mehr als Investition in deine Zukunft anzusehen ist und deiner eigenen Unabhängigkeit und Erfüllung dient, weil es sich finanziell einfach nicht lohnt.
Eine gleichberechtigte Elternschaft hingegen, wird dir von Anfang an quasi verhindert – mit einem einzigen Tag Vaterschaftsurlaub wird die Rollenverteilung ab Geburt zementiert. Und kein Wunder bedarf es einer enormen Anstrengung für ein Paar, sich dieser Norm zu widersetzen und für sich selbst ein Modell zu finden, das für alle Beteiligten stimmt.

Was kannst du persönlich tun, um Politik, Beruf und Familie zu vereinbaren?
Vielleicht ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bereits ein Thema für dich oder du machst dir bereits Gedanken dazu. Klar ist, es gibt sie nicht, die perfekte Lösung. Es gibt aber zwei Dinge, die wir dir auf den Weg geben können:

Absprache mit PartnerIn: Such dir den richtigen Partner oder die richtige Partnerin aus. Klingt einfach, oder? Naja, lass es uns mal so formulieren: Sprich dich mit deinem Partner oder deiner Partnerin ab. Besprecht was ihr euch unter einer gleichberechtigten Partnerschaft vorstellt und wie ihr dies miteinander vereinbaren wollt. Hierfür kann es auch helfen, dir selber einmal bewusst zu machen, wieviel du eigentlich leistest. Dies fördert übrigens auch das gegenseitige Verständnis und die Wertschätzung. Eine Vorlage dazu kannst du hier herunterladen.

Die perfekte Mutter gibt es nicht: Leider haben wir in unserer Gesellschaft immer noch ein traditionelles, veraltetes Mutterbild: Die Frau, die sich aufopfert für ihre Familie - die perfekte Mutter. Das realisierst du oft erst, wenn du selber Mutter wirst. Wenn du dazu noch arbeitest, wird es umso schwieriger, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Und deshalb sei dir selber lieb und versuche nicht perfekt zu sein. Okay ist gut genug.

Das Gute zuletzt: Bald kannst du dich auf politischer Ebene für uns Frauen einsetzen und die Rahmenbedingungen diesbezüglich verbessern. Das ist dringend nötig.

Helvetia wünscht dir alles Gute!

HR_Mentoring